
Nach der empfindlichen Auftaktpleite gegen die SU Bad Leonfelden, welche durch einen Last-Minute-Treffer besiegelt worden war, ging es für den SV Haidlmair Grün-Weiß Micheldorf heute auf eigener Anlage in der LT1 OÖ-Liga weiter, weil das Match gegen die besser klassierte SPG Edelweiss/Neue Heimat am vergangenen Wochenende witterungsbedingt nicht ausgetragen werden konnte. Im Nachtrag setzten sich schlussendlich die Kremstaler durch und feierten somit den ersten vollen Erfolg im Frühjahr, während die Linzer die zweite empfindliche Pleite 2025 kassierten.
Führung für die Heimischen
Dass die Micheldorfer in diesen Tagen und Wochen einen eindeutigen Fokus auf Kompaktheit und gute Organisation legen, war insbesondere im ersten Durchgang klar ersichtlich. Man präsentierte sich richtig abgeklärt in der Arbeit gegen den Ball und ließ somit die starken Individualisten in den Reihen des Gegners kaum zur Entfaltung kommen. Bis auf einen Schuss von Kenan Ramic ließen die Heimischen in Hälfte eins nichts zu. Selbst wurde man immer wieder im Umschaltspiel gefährlich und in der 15. Minute machte man das erste Mal an diesem Abend Nägel mit Köpfen. Nach Vorlage von Daniel Hollinger versenkte Stürmer Robin Mayr-Fälten die Kugel aus rund zwölf Metern im langen Eck.
Für die Gäste kommt es knüppeldick
16 Minuten nach Wiederanpfiff meldete sich die SPG zurück und stellte auf 1:1 – verantwortlich hierfür der Führende der Torschützenliste Ramic, der nach tollem Umschaltspiel per Abstauber erfolgreich war. Lediglich sechs Minuten später musste der Gast aber gleich zwei Dämpfer einstecken: Edelweiss-Akteur Oskar Osvald brachte Micheldorfs Niklas Grafinger im Strafraum zu Fall. Der Unparteiische entschied auf Strafstoß – ein Vorgehen, das für mächtig Diskussionsstoff sorgte. Während für Micheldorf-Coach Falko Feichtl der Elfmeterpfiff vertretbar war, da Osvald Ball und Fuß des Gegners getroffen habe, konnte Edelweiss-Trainer Stefan Kuranda die Entscheidung nicht nachvollziehen. Seines Erachtens sei hierbei klar der Ball gespielt worden. Osvald sah jedenfalls die Ampelkarte und musste frühzeitig runter. Robin Mayr-Fälten traf vom Kreidepunkt und brachte somit seine Truppe wieder in Front. In der 74. Minute legte dann der Ligadino noch einmal nach und führte somit eine gewisse Vorentscheidung herbei. Nach einer Flanke von Robin Mayr-Fälten aus dem Halbfeld übernahm Grafinger direkt und beförderte den Ball via Innenstange ins Tor zum 3:1. Unmittelbar danach haderte die SPG Edelweiss/Neue Heimat noch einmal mit einer Entscheidung des Unparteiischen. Ramic wurde im Strafraum des Kontrahenten wohl mit unerlaubten Mitteln gestoppt. Der Elfmeterpfiff blieb aus und der Stürmer blickte aufgrund seiner Reklamation ebenfalls das zweite Mal in den gelben Karton an diesem Abend. Mit neun Mann schaffte es die SPG in der Schlussphase selbstredend nicht mehr, noch einmal für Spannung zu sorgen.
Stimme zum Spiel
Falko Feichtl (Trainer SV Grün-Weiß Micheldorf):
„Es war ein verdienter Sieg. Ich bin froh, dass wir vieles richtig gemacht haben in Sachen Organisation. Wir waren geduldig und haben auf unsere Umschaltmomente gelauert. Einige von diesen haben wir gut genutzt.“
Stefan Kuranda (Trainer SPG Edelweiss/Neue Heimat):
„Ich habe noch nie etwas über Schiedsrichter gesagt. Dieses Mal muss es aber sein. Ich habe noch nie so eine schlechte Leistung eines Schiedsrichters gesehen. Das war heute mitentscheidend.“
Die Besten: Robin Mayr-Fälten (ST, SV Grün-Weiß Micheldorf), Niklas Grafinger (RMF, SV Grün-Weiß Micheldorf), Thomas Helmberger (IV, SV Grün-Weiß Micheldorf)